FCK Frauen – Abenteuer NLB

Von Dominik Kesseli

Am Samstag 8. Juni bestritten die Frauen des FC Küssnacht für den Moment das letzte Spiel in der NLB und sie boten nochmals alles was wir am Fussball lieben: Leidenschaft und Drama, Schweiss und Tränen, rassige Angriffe und spektakuläre Rettungsaktionen, sowie höchste Spannung bis zur letzten Sekunde. Dass die Gegnerinnen nach einem Alles-oder Nichts-Sturmlauf der Küssnachterinnen in der 90. Minute und im dritten Nachschuss das 1:2 Siegtor schossen steht symbolisch für die ganze Saison…

Aber auch was dann folgte zeigt die wahre Grösse dieses einmaligen Teams. Nachdem die paar Tränen zusammen mit dem Dreck abgewischt waren, bedankte sich die ganze Truppe mit einer tollen Choreo und hoch erhobenen Hauptes von ihren treuen Anhängern. Das Team war in 27 NLB-Spielen ein würdiger und schwer zu schlagender Gegner und hat sich bei Fans und Gegnern grossen Respekt erkämpft.

Und so richtig gefeiert wurde dann trotzdem noch: Es galt Abschied zu nehmen von einer Legende. Kurz vor Schluss verliess die langjährige Kapitänin und „Mutter“ des Frauenteams Silvia Matter zum letzten Mal den geliebten Rasen. Natürlich nicht als Verliererin, es stand ja noch 1:1! Nach dem Spiel wurde sie dann von allen mit tollen Überraschungen, viel Gesang und geeigneten Getränken ausgelassen und bis tief in die Nacht gefeiert.

Als vor einem Jahr, nach nur zwei Jahren in der 1. Liga, der überraschende Aufstieg in die NLB gelang, brauchte es einige Bedenkzeit und viel gutes Zureden, bis die Frauen den Mut fassten, die Herausforderung anzunehmen. Alle wussten, dass wir hier in den Spitzenfussball vordringen und gegen top ausgebildete Teams der grossen Vereine antreten werden. Mit dem Trainerduo Remo Zwyssig/Marcel Sommerhalter und dem Assistenten Dominic Kesseli bereitete sich das Team in der kurzen Sommerpause bestmöglich auf das Abenteuer vor, welches im August mit dem Auswärtsspiel in Therwil begann. Zur grossen Überraschung aller konnten wir uns gegen den Vorjahreszweiten klare Vorteile erspielen. Aus Mangel an Routine und Cleverness ging das Spiel aber 4:3 verloren.

Nach klaren Niederlagen gegen die Spitzenteams St. Gallen und Zürich näherten wir uns aber dank hartem Training und guter taktischer Schulung immer näher ans Niveau an und es folgten sehr enge Spiele. Leider vorerst immer mit dem gleichen Ende: Toll gespielt, super gekämpft aber knapp verloren. Wir mussten lernen, dass in der NLB jeder kleine Fehler hart bestraft und nur ganz selten Geschenke verteilt werden.

Doch auch 9 Niederlagen in Folge konnten die unglaubliche Moral der Küssnachterinnen nicht knacken. Nach jedem Spiel rückte das Team noch näher zusammen und gab alles für die Wende. Die ersten Punkte erzielten wir dann zwar aufgrund eines Regelverstosses am grünen Tisch. Aber als die lähmende Null auf der Tabelle erst mal verschwunden war, schlugen wir Therwil im Rückspiel diskussionslos mit 4:0. Mit diesem Elan konnten wir dann auch das zweite Spiel gegen Leader St. Gallen bis in die letzten Minuten völlig offen gestalten, um dann doch noch ausgekontert zu werden. Aber wir waren definitiv in der NLB angekommen.

Bereits am Samstag drauf schafften wir die Sensation. In einem euphorischen Spiel schlugen wir den FC Zürich mit 3:0. Alle die dabei waren, werden diese Nacht wohl nie mehr vergessen! In den folgenden Wochen erkämpften wir uns dann immer wieder Punkte und so standen wir vor der entscheidenden Phase der Meisterschaft plötzlich über dem ominösen Strich in der Tabelle.

Leider begann diese Entscheidungsphase aber denkbar schlecht: Gegen das Schlusslicht Therwil kassierten wir beim dritten Vergleich eine nicht nachvollziehbare und extrem ärgerliche Niederlage, welche ihre Spuren hinterlassen sollte. Ob es in der Folge die aufkommende Abstiegsangst oder die mangelnde Abgebrühtheit waren, oder ob halt doch einfach ein kleines Quäntchen Qualität fehlte kann niemand genau sagen – es wollte einfach nicht mehr klappen mit dem Siegen!  Und so stand nach dem zweitletzten Spiel in Rapperswil der Abstieg in die 1. Liga fest. Trotzdem darf jede einzelne Spielerin stolz sein auf das Jahr – alle haben grosse Fortschritte erzielt und wir waren verdammt nah dran!

Im letzten Spiel gegen Schlieren war vieles symptomatisch für die ganze Saison. Die Küssnachter Damen hielten stark mit und waren phasenweise klar besser. Und doch resultierte am Schluss eine Niederlage.

Am Samstag nahm auch die langjährige Kapitänin und Teammutter Silvia Matter Abschied.

Vorerst ist das Abenteuer NLB zu Ende. Doch die Frauen haben ein gutes Bild abgegeben.

Vorerst ist das Abenteuer NLB zu Ende. Doch die Frauen haben ein gutes Bild abgegeben.

Vorerst ist das Abenteuer NLB zu Ende. Doch die Frauen haben ein gutes Bild abgegeben. Hier im Bild Gina Schilliger.

Vorerst ist das Abenteuer NLB zu Ende. Doch die Frauen haben ein gutes Bild abgegeben.

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