Turnaround für Küssnachts Frauen  

Von Roland Wyssling

Im zehnten Spiel und zu Beginn der 2. Meisterschaftsrunde haben die Küssnachter Frauen die Wende geschafft und gewinnen vor heimischem Publikum souverän mit 4:0 Toren gegen den FC Therwil.

22 Minuten für ein Halleluja

Das Spiel auf der Sportanlage Luterbach, bei frostigen Temperaturen um die Nullgradgrenze, war gerade einmal drei Minuten alt, als dem Gastteam aus der Basel-Landschaft das erste Mal ein Schrecken durch die Glieder fuhr. Der Schrecken mit Stirnband hatte einen Namen und steht für die Wende im Küssnachter NLB Abenteuer. Von Künzli, nach einer halben Drehung und einem Heber über den eigenen Körper, erbt Stanieri den Ball im Strafraum und trifft diesen volley, unhaltbar für Rigo im Basler Tor, zum 1:0. Ohne Fehl und Tadel in der Abwehr und früh störend im Mittelfeld, gestalteten die Küssnachterinnen die Partie und liessen den FC Therwil gar nicht erst ins Spiel kommen. In der 13. Minute machte Schuler so viel Druck auf die Abwehr, dass sich die Baslerinnen zu einem Querpass vor dem eigenen Strafraum hinreissen liessen. Schilliger, hellwach, konnte sich diesen Ball erlaufen und selbst an Rigo vorbei zum 2:0 einschieben. Wieder Jubel aus den Zuschauerrängen und der nächste Schrecken für den Vizemeister aus der vergangenen Saison. Damit man den Namen Stranieri in Basel nicht so schnell vergisst, doppelte diese in der 21. Minute, nach einem steilen Zuspiel von Künzli zwischen der Therwiler Abwehr hindurch, zum vorentscheidenden 3:0 nach. Zu ihrem ersten, nicht ganz lupenreinen Hattrick in ihrer noch jungen NLB Karriere, mit drei Toren in einer Halbzeit, kam Stranieri nur eine Minute später. Nach einem scharfen Zuspiel von Schuler über die linke Seite in den Strafraum des FC Therwil musste sie nur noch den Fuss zum spielentscheidenden 4:0 hinhalten und wurde so zur Matchwinnerin für ihr Team. In den verbleibenden Minuten bis zur Pause, liess der Druck der Küssnachterinnen etwas nach, aber von den Baslerinnen ging keine Gefahr mehr aus.

Wenig Gegenwehr aus der Basel-Landschaft

Um für die kommenden Spiele bis zur Winterpause die Kräfte zu sparen, schalteten die Küssnachterinnen einen Gang zurück, ohne jedoch den FC Therwil ins Spiel zurückkehren zu lassen. Nicht mehr zu vergleichen mit den ersten 30 Minuten aus der 1. Halbzeit, aber immer noch kontrolliert, zwischenzeitlich auch weiterhin gefährlich vor dem Gästetor und mit bescheidener Gegenwehr konfrontiert, brachte der FC Küssnacht das Resultat über die Zeit und mit einer sehenswerten, kollektiven Mannschaftsleistung zum ersten Saisonsieg. Dieser Sieg ist Balsam auf die Wunden der über neun Partien sieglosen Küssnachter Fussballerinnen-Herzen und bringt hoffentlich die entscheidende Wende zum anvisierten Ligaerhalt im nächsten Sommer. Bereits im nächsten Spiel auswärts gegen den Tabellenführer aus St. Gallen können die Schwyzerinnen zeigen, dass sie bis anhin grösstenteils unter ihrem Wert geschlagen wurden. Wenn die Küssnachter Frauen wiederum mindestens 30 Minuten von ihrem schönsten Fussball abrufen, dann kann auch am nächsten Wochende ein interessantes Spiel erwartet werden.

Telegramm

Fussball, Nationalliga B (Frauen), FC Küssnacht – FC Therwil – 4:0 (4:0). Sportanlage Luterbach, Küssnacht. – 80 Zuschauer. – SR: Habermacher. – Tore: 3. Stranieri 1:0, 13. Schilliger 2:0, 21. Stranieri 3:0, 22. Stranieri 4:0. – FC Küssnacht: Jolidon; Matter, Betschart (82. Lovrinovic), Zimmermann, Hongler; Kesseli, Donauer, Künzli (71. Merz), Stranieri (88. von Niederhäusern), Schilliger (84. Büchler); Schuler. – FC Therwil: Rigo; Leupi, Broman, Hinnen, Hässle (67. Schnell); Zollino (61. Bürgin), Locher (85. Reinprecht), Mendez, Hertig, Pricoli; Di Bella (76. Leuenberger).

Die Torschützinnen für den FCK, Tanja Stanieri (rechts) und Gina Schilliger (links).

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