Zwei Welten und weiter keine Überraschung

Von Remo Zwyssig

Auch in Rapperswil blieb die Überraschung aus und die Küssnachter Frauen mussten wiederum ohne Punkte in die Innerschweiz zurückreisen. In einer unterhaltsamen Partie gewannen die Frauen des FC Rapperswil-Jona am Ende verdientermassen mit 3:1.

Zwei Welten prallen aufeinander

Auch im 8. Spiel ihres NLB-Abenteuers bekamen die Küssnachterinnen die raue Luft der zweitobersten Liga zu spüren. Auch wenn es sich diesmal beim Gegner um den Mitaufsteiger der vergangenen Saison handelte, prallten doch auch wieder, wie für die Küssnachterinnen in jedem Spiel in dieser Liga, zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite diesmal die Rapperswilerinnen, gänzlich bestückt mit zugewanderten Auswahl-, U-Mannschaft- und Nationalliga-erpropten Spielerinnen und auf der anderen Seite die praktisch ausschliesslich mit Eigengewächsen, und somit ohne nur annähernd ähnlichem Renommee, antretenden Küssnachterinnen. So suchte man bezeichnenderweise im Team von Rapperswil auch vergeblich nach einer Rapperswilerin, wogegen bei Küssnacht die allermeisten aus Küssnacht und unmittelbar angrenzenden Gemeinden stammen und in ihrem Fussballerleben noch gar nie ein anderes Dress, als das des FC Küssnacht trugen. Diese Umstände und somit auch auf dem Papier klar verteilten Kräfteverhältnisse spiegelten sich dann dementsprechend einmal mehr auch im Spiel wider. Die Rapperswilerinnen waren von Anfang an das aktivere, sichtlich erfahrenere und schlichtweg bessere Team und führten so standesgemäss und verdient nach 51. Minuten und Treffern der ehemaligen GC-Akteurin Berger, der Holländerin Holwerda sowie der gerade erst neu von den Zürich Frauen verpflichteten Behluli mit 3:0. Der letzte Treffer, ein schön herausgespieltes und herrlich erzieltes Kopfballtor, war dabei gleichzeitig das Highlight eines insgesamt sehr gefälligen Spiels.

Reaktion gefragt

Zwei Welten sah man insgesamt auch im gezeigten Spiel der Gäste. Wie schon vergangene Woche in Thun, konnten sich die Küssnachterinnen in der zweiten Halbzeit im Vergleich zur Ersten klar steigern. Diese Leistungssteigerung wurde dann auch mit dem Anschlusstreffer durch Kesseli belohnt. Trotz weiteren guten Möglichkeiten blieb dem tapferen Gästeteam jedoch ein weiterer Treffer verwehrt. Dass auch auf der Gegenseite keine Tore mehr fielen, war vor allem der ausgezeichnet aufspielenden Torhüterin Jolidon zu verdanken, welche ihr Team an diesem Abend mit ausstrahlender Sicherheit sowie teils mirakulösen Paraden im Spiel hielt. Höhepunkt der starken Leistung war dabei ein gehaltener Elfmeter in der 35. Minute. Über das ganze Spiel gesehen, kann aufgrund der aufgezeigten unterschiedlichen Voraussetzungen der beiden Teams, zumindest das 1:1 der zweiten Halbzeit als Teilerfolg für die Küssnachterinnen gewertet werden. Als Entschuldigung oder gar Ausrede kann man diese unterschiedlichen Voraussetzungen dabei aber keineswegs geltend machen, vielmehr ist es einfach eine verständliche Tatsache dieser zweithöchsten Liga. Nachdem die Rigidörflerinnen nunmehr gegen nahezu alle Teams dieser Liga einmal gespielt haben, sollte man sich langsam an die höhere Gangart gewöhnt haben und versuchen die guten, über Teilstrecken gezeigten Leistungen, über die volle Distanz zu bringen. Eine entsprechende Reaktion ist auf jeden Fall gefragt um in dieser Liga die ersten Punkte zu ergattern. Der nächste Versuch hat man bereits am nächsten Samstag im Heimspiel gegen die Frauen des FC Schlieren.

Telegramm

Fussball, Nationalliga B (Frauen), FC Rapperswil-Jona – FC Küssnacht – 3:1 (2:0). Sportanlage Grünfeld, Jona. – 70 Zuschauer. – SR: Bognar-Drdla. – Tore: 12. Berger 1:0, 17. Holwerda 2:0, 51. Behluli 3:0, 70 Kesseli 3:1. – FC Rapperswil-Jona: Schärer; Saner, Helbling, Scheiber, Inglin; Mazukelyte, Djokic (90. Granvillano), Hofmann, Berger, Holwerda (60. Laich); Behluli (80. Kaufmann). –- FC Küssnacht: Jolidon; Hongler, Zimmermann, Betschart, Matter (83. Feusi); Kesseli, Merz (75. Lovrinovic), Donauer, Künzli (36. Büchler), Schilliger (80. Rosenkranz); Schuler. –- Verwarnungen: 78. Djokic (Foul). – Bemerkungen: 35. Jolidon hält Elfmeter.

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